NLE-Adventsbrief 2020

Wir achten auf uns und auf die Menschen, die uns am Herzen liegen, auch wenn wir manchmal stöhnen über all die Einschränkungen und Unbequemlichkeiten, die vielleicht am schärfsten von unseren Jugendlichen und den Menschen in Pflegeeinrichtungen empfunden werden.

Werden wir alle zu Einsiedlern? Gewiss nicht. Auch wer nicht der gesellige oder gesprächige Typ ist, spürt ja nun, wie uns das Zusammensein, der Austausch im Gespräch, die gegenseitige Ermunterung fehlen. Und hoffentlich findet jede und jeder einen Weg, diesem Bedürfnis nachzukommen.

Davon abgesehen: Nicht wenige unter uns sind an ihrem Arbeitsplatz Tag für Tag im Kontakt mit Kund*innen, Patient*innen, Kolleg*innen, und sorgen dafür, dass weiter produziert und verkauft wird, dass Krankheiten behandelt und Rechtsauskünfte erteilt werden, dass Kinder und Alte betreut werden, Schüler*innen Unterricht erhalten. Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen: das Risiko ihres Einsatzes ist uns bewusst, und wir sind dankbar, dass sie es Tag für Tag auf sich nehmen.

Beispiel Stadtbücherei: Ein Beispiel, das vielleicht nicht so sehr im Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit steht, ist unsere Stadtbücherei St. Nikolaus im Gebäude neben der Pfarrkirche. Nach den jüngsten Verordnungen können Frau Monath und ihre ehrenamtlichen Mitarbeiterinnen das Angebot leider nicht mehr aufrechterhalten. Das ist schade, denn für viele Kinder und Erwachsene waren ihre regelmäßigen Ausleihzeiten eine Art Lichtblick.

Video-Adventskalender auf der Stadt-Homepage: Zuletzt diente die Stadtbücherei immerhin als Aufnahme-„Studio“ für den Video-Adventskalender, der auf Initiative von Jugendpflegerin Corinna Drummer entstanden ist. Bis zum 24. Dezember kann man täglich ein Online-Türchen öffnen und eine Einstimmung auf Weihnachten mitnehmen, gelesen von Stadträt*innen und Vertreter*innen von Organisationen und Vereinen. Eine ganze Reihe von NLE-Mitgliedern ist beteiligt, unter anderem der Nikolaus! Zu finden ist der Video-Adventskalender unter https://ein-herz-fuer-ebs.de/ mit dem rechten roten Button.

Politisches Geschehen: Wie geht es der politischen Meinungsbildung in diesen Zeiten der Verunsicherung und der Vereinzelung? Einen Stillstand kann es selbstverständlich nicht geben. Unsere Bürgermeisterin Christiane Meyer ist nach wie vor in mannigfachen Gesprächen – inzwischen natürlich oft auch online – mit dem Städte- bzw. Gemeindetag (Umsetzung der Corona-Regeln), mit den Bürgermeister*innen der ILE Fränkische Schweiz aktiv (Wohnmobilstellplätze, Radwegenetz u.a.), mit den Gremien des Stadtrats, den Landkreisbehörden und dem Landrat, mit der Bezirksregierung, mit Bundestags- und Landtagsabgeordneten, mit Interessengruppen, Baufirmen, Bewerber*innen für freiwerdende Stellen in der Verwaltung, usw. Immer unter Beachtung der AHA-L-Regel, versteht sich, aber immer offen, sachlich und zielorientiert. Wobei gerade in Bürgersprechstunden auch der menschliche Zuspruch und das Einfühlungsvermögen nicht zu kurz kommen. Leider müssen mit Rücksicht auf die Gesundheit aller Beteiligten erst einmal die Besuche zu wichtigen runden Geburtstagen und Jubiläen entfallen, die stets eine Gelegenheit zur persönlichen Begegnung boten.

Die NLE hat seit dem Sommer auf Zusammenkünfte verzichtet. Vor Stadtratssitzungen trifft sich die NLE-Fraktion zu einer Besprechung. Ansonsten sind wie wohl überall Telefon, E-Mail usw. die Mittel, um in Kontakt zu bleiben. Themen gibt es genügend.

Brücken: Wie geht es weiter mit dem Pioniersteg? Die Ausführung als Stahlbrücke wurde beschlossen. Der Bau kommt nächstes Jahr, wenn Grundstückseigentümer mitmachen und benötigte Geländestreifen verkaufen. Der Pioniersteg ist auch wichtig für die Anbindung an das Radwegenetz. Man wird sich also auch mit der Frage der Verkehrssicherheit für kreuzende Radler*innen befassen müssen.

Gibt es eine Lösung für den Sägmühlsteg? Planungs- und Finanzierungsmöglichkeiten erlauben keinen Neubau vor 2022. Ob und wie für Fußgänger und Radfahrer eine zumutbare Ersatzroute möglich ist, wird gerade untersucht. Auch hier geht es wohl nicht ohne das Entgegenkommen von Grundeigentümern und die Mitwirkung des Staatlichen Bauamts.

Bauen und Wohnen: Erfreulich: es gibt eine erkleckliche Anzahl von Bauanträgen, vor allem für Wohngebäude. Ausbau, Erweiterung, Neubau – auf jeden Fall kommt Bewegung in den Wohnungslandschaft, immer mehr Baulücken werden geschlossen. Die Bauleitverfahren für Eschlipp und Debert II/ Schlüsselstein sind auf der Zielgeraden. Die Breitbandversorgung für schnelles Internet in allen Ortsteilen steht vor einem weiteren Ausbauschritt.

Betreuungseinrichtungen: Am Kindergarten St. Marien ist das Richtfest für den Anbau gefeiert, der Bauausschuss hat – im Hinblick auf die Coronabedingungen – den Einbau einer Lüftungsanlage nachträglich genehmigt. Das Thema Kinderbetreuung wird die Stadt aber auch darüber hinaus noch beschäftigen, denn die Nachfrage ist groß. Ähnliches gilt für die Betreuungsangebote der Grund- und Mittelschule.

Friedhöfe: Der Gedenkegarten mit Urnengräbern im Friedhof Ebermannstadt wird in diesen Tagen seiner Bestimmung übergeben. Damit ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer grundlegenden Sanierung gemacht. Demnächst folgen noch die Urnenfelder in Niedermirsberg und Wohlmuthshüll.

Umwelt: Die Rohre für die neue Abwasserleitung von Burggaillenreuth nach Moggast wurden größtenteils im Pflugverfahren verlegt, damit im kommenden Jahr der Anschluss an die Kläranlage erfolgen kann. Nach der Kanalisation sind nun auch die Straßen in Buckenreuth erneuert.

Für die meisten unsichtbar, weil von Bäumen verdeckt, wurde im Eschlipper Tal die ehemalige Mülldeponie durch Spundwände gesichert, so dass keine Schadstoffe in den Bach gespült werden können.

Pflanzaktion: Auf Initiative von NLE-Schriftführer und Stadtrat Christian Kiehr wird es im nächsten Frühjahr eine Pflanzaktion des Bauhofs entlang des Fahrwegs zwischen Ramstertalstraße und Gasseldorf geben. Ziel ist, dass Spaziergänger, Jogger und Radfahrer nach einigen Jahren im Schatten von Obstbäumen talaufwärts gelangen.

Innerstädtischer Verkehr: Im Finanzausschuss wurde die Anschaffung weiterer Temposys-Geräte beschlossen, so dass wir künftig noch häufiger aufmerksam gemacht werden wie schnell (oder zu schnell) wir in der Stadt unterwegs sind. Im Rahmen einer ISEK-Projektgruppe werden Möglichkeiten der Verkehrslenkung in der Innenstadt untersucht. Dabei wird auch diskutiert, wie an Sommerwochenenden der Marktplatz autofrei und sicherer gemacht werden kann, ohne dass sich unzumutbare Belästigungen für die Anwohner ergeben. Festzuhalten ist: Die Projektgruppe ist noch im Prozess der Meinungsbildung, der allerdings durch die Corona-Regeln verlangsamt wurde. Von einer Beschlussfassung im Stadtrat sind wir noch ein gutes Stück entfernt. Dass sich auch für den Bereich Schulstraße die Frage nach der Verkehrssicherheit, insbesondere für die Schulkinder, dringend stellt, ist wohl allen klar. Dabei muss auch die zu erwartende Wohnbebauung auf dem ehemaligen Frömel-Gelände berücksichtigt werden.

Was bleibt? Die Nordbayerischen Nachrichten haben vor einigen Wochen eine Reihe mit Reportagen „aus dem Nichts“ gestartet. Sie reagieren damit auf den Wegfall vieler vorweihnachtlicher Aktivitäten wie Märkten, Feiern, Versammlungen der Vereine. Auch die traditionellen Märkte in Ebermannstadt und in den Ortsteilen fanden ja nicht statt. Die Weihnachtskonzerte der Schulen fallen aus.

Trotzdem darf man die NN nicht allzu wörtlich nehmen. Bei allem, was wir heuer vermissen, werden wir keine Leere, kein Nichts entstehen lassen. Es liegt an uns, ob wir unsere Ebermannstädter  Einkaufsmöglichkeiten nutzen. Der Adventskalender der Werbegemeinschaft lädt uns dazu ein. Es liegt an uns, Kontakte weiter zu pflegen, Freundschaften am Leben zu erhalten, Nachbarinnen und Nachbarn nicht zu vergessen. Es liegt an uns, neue, fantasievolle Wege der Freizeitgestaltung zu entwickeln. Wir blicken auf ein Weihnachtsfest, das sicher anders sein wird als sonst, vielleicht stiller aber vielleicht auch intensiver. Und weil Angst gewiss der schlechteste Ratgeber von allen ist, dürfen wir beherzigen, was nach der Erzählung des Lukas den Hirten gesagt wird: „Fürchtet euch nicht.“

Besinnung, Gesundheit und Vertrauen in die Zukunft

wünschen euch für die Adventswochen

im Namen des gesamten NLE-Vorstands

Christiane Meyer, NLE-Vorsitzende

Erwin Horn, NLE-Fraktionssprecher

Neue Liste Ebermannstadt

Christiane Meyer, 1. Vorsitzende
Debert 7b, 91320 Ebermannstadt